Susi

 

Geburtsdatum: vermutlich 1982
Geschlecht: Stute
Rasse: Shetland-Pony-Mix
Farbe: braunschecke
Charakter: stur, aber lieb ;-)


Susi... Als ich sie das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur: Ist die hässlich. Da stand sie da, dicker Bauch, abgescheuerte Mähne und Schweif, wunde Stellen am Hals, riesen Kopf, einfach nur hässlich (siehe Bilder 2007) ;-) Aber ich wollte sie trotzdem - zum einen wegen Daria, zum anderen weil sie dort unbedingt weg sollte - denn als Ekzemer an der Werra, einem doch rehct großen Fluß, ists eben doch nicht wirklich angenhm... Also sagte ich zu und etwa eine Woche später, am 20.08.2007, holten wir sie ab.
Abends um halb zehn, es war schon dunkel, kamen wir endlich zuhause an und stellten sie auf die Koppel. Pony war somit in fremder Umgebung, ganz allein, da wir Daria erst noch holen mussten. Und was macht sie? Fressen. Was auch sonst?
Wir haben dann Daria dazu geholt und eigentlich schon ein bisschen Gezicke erwartet, aber nichts dergleichen geschah. Sie beschnupperten sich und ignorierten sich erstmal, Fressen war wichtiger (dass beide seit Monaten 24h auf der Wiese standen, sei hier mal angemerkt). Aber ein paar Tage später verstanden sie sich schon prima und es gibt nur Gezicke, wenn Susi während der Rosse wieder mal zu aufdringlich ist :-)
Dann gings los - spazieren gehen... Susi war dabei deutlich ängstlicher als Daria (obwohl sie ja auch nur so an die 22 Jahre älter ist ;-) ), die aber auch nicht mehr so gelassen war, wie noch im Frühjahr, sodass sie es beim ersten Spaziergang gleich schafften, beide abzuhauen... Susi hatte somit den ersten Strick (und bisher auch letzten) zerstört ;-) Zu dieser Zeit hätte ich sie noch gegen jedes andere Pony liebend gern eingetauscht, dieses sture, verfressene Stinktier *gg* Doch mit der Zeit wuchs sie mir immer mehr ans Herz. Irgendwann nahm ich sie dann auch mal zum ausreiten mit und machte sie auf gut Glück ab. Und Pony rennt einfach weg *augenroll*, wiehert hinterm nächsten Busch nach uns, ich antworte und sie kommt wieder. Ab da gings dann langsam los, dass ich anfing, sie ins Herz zu schließen. Sie begleitet uns nun bei fast allen Ausritten und durfte auch im Mai/Juni 2008 mit nach Mühlhausen und in ihr ehemaliges Zuhause laufen. Vom Husten habe ich in der ganzen Zeit nichts gemerkt.
Leider Gottes hatte sie wieder mit Scheuern angefangen und hatte sich in Frankenroda, wo wir die Nacht verbracht hatten, als wir in ihrem alten Zuhause waren, die Schweifrübe komplett wund gescheuert, sodass das verbunden werden musste, um sich nicht zu entzünden. Ich habe die Schweifrübe täglich eingeschmiert und wieder verbunden. Als es schon fast abgeheilt war, geschah das Drama- vom "Verband" hatte sich ein Teil so festgezurrt, dass es die Schweifrübe abschnürte... Unglücklicherweise kam ich direkt an dem Tag, an dem dies geschah, erst spät nach Hause. Als ich wie jeden Tag kontrollierte, habe ich festgestellt, dass da etwas nicht stimmte, aber nicht an solch ein Ausmaß gedacht... Habe es also wieder verbunden und am nächsten Tag gleich frühs geschaut... und war erschüttert... Man konnte bis auf den Knochen/Wirbel sehen... Ich habe dann direkt alle Tierärzte, die mir einfielen, durchtelefoniert und die eine kam dann zum Glück auch kurze Zeit später und stellte fest, dass der untere Teil der Schweifrübe bereits abgestorben und nicht mehr zu retten war... So kam es, dass sie Susi einen Teil der Schweifrübe abnehmen musste... Inzwischen ist die Wunde unten schon lange wieder verheilt, der Schweif schon wieder sehr weit nachgewachsen und ich hoffe nun, dass er mit den Jahren wieder so lang werden wird, wie er einmal war. Zum Glück hatte sie bis zum Frühjahr erstmal wieder genug, um damit das Viehzeug vertreiben zu können...

Da Susi auch schnell gelangweilt ist, darf sie nun neben dem Handpferdereiten immer mal Dualaktivierung machen und wird, wenn ich endlich einen Sulky habe, wohl mein Lehrpferd in Bezug aufs Fahren werden, da sie das ja super kann. Ansonsten machen wir desöfteren Bodenarbeit und Freiheitsdressur. Inzwischen ist sie schon so weit, dass ich mit ihr ohne Halfter spazieren gehen kann und sie mir auch über die Wiese folgt, statt zu fressen - einfach ein geniales Gefühl.

Was auch interessant ist- als sie im März in Mühlhausen blieb und erst 3 tage später mit dem Hänger nachkam, weils mir mit 3 Pferden eben doch zu viel auf der langen Strecke war, würdigte sie mich keines Blickes, als ich sie begrüßte. Selbes im Juni, als ich mit Madonna und Daria zum Probsteiritt war und sie zusammen mit der Araberstute Saba meiner Freundin in den Stall von Madonna gebrahct wurde, wo ich sie dann zwei Tage später, als ich wieder daheim war, begrüßte... Da kam sie mir richtig eingeschnappt vor- so nach dem Motto "Du hast mich zurückgelassen, jetzt mag ich dich nicht mehr." Dieses Verhalten habe ich sonst noch nie bei ihr feststellen können, habe sie sonst aber auch noch nie ohne Daria irgendwo gelassen und sie dann woanders erst nach Tagen wieder gesehen.

Auf jeden Fall ist es inzwischen schon so, dass ich auch Susi gegen kein Pferd der Welt mehr eintauschen würde, da sie einfach einmalig ist. Wie sie die Kinder vera... wenn sie keine Lust hat, wie gelassen sie den karren mit dem Wasser zieht, wie entspannt sie auch im Berufsverkehr zusammen mit Daria durch irgendwelche Orte läuft oder frei wild buckelnd über ein Feld rast und ihre Freude am Leben damit zeigt- all das möchte ich nicht mehr missen. Sie ist und bleibt ein tolles Pony, das ich, solange ich es nicht muss, nicht mehr her gebe.
Einen ganz besonderen Dank möchte ich hier noch an Kathy und Verena richten, ohne die ich dieses kleine, freche Pony nie gefunden hätte. :-) Vielen Dank euch beiden.